
Der Begriff Asthma stammt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „keuchen“. Asthmatiker haben überempfindliche Atemwege (Bronchien), die auf bestimmte Reize wie Kälte, Anstrengung oder Allergene besonders stark reagieren. Dies wird als hyperreagibles Bronchialsystem bezeichnet. Der Betroffene kann die eingeatmete Luft nicht mehr richtig ausatmen und empfindet dies als Atemnot. Besonders verbreitet ist Asthma bei Kindern.
Das sogenannte exogene oder auch allergische Asthma wird durch den Kontakt mit bestimmten äußeren Reizen, wie zum Beispiel Hausstaub oder Pollen ausgelöst. Das intrinsische oder auch nicht-allergische Asthma kann durch verschiedene, uneinheitliche Faktoren wie etwa Infekte, Kälte oder besondere Anstrengung begünstigt werden. In der Praxis leiden aber nur rund 20 Prozent aller Asthmatiker an einer dieser beiden Formen. Die große Mehrheit der Patienten leidet an Mischformen.
Asthma, beziehungsweise das ihr zu Grunde liegende hyperreagible Bronchialsystem, hat oft genetische Ursachen. Bekommen zwei Asthmatiker gemeinsam ein Kind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses ebenfalls zum Asthmatiker wird, stolze 60 Prozent.
Ursächlich für das allergische Asthma ist der Kontakt mit bestimmten Allergenen wie Pollen, Tierhaaren oder Hausstaubmilben. Das Asthma und die dadurch hervorgerufene Atemnot sind in diesem Fall also Symptome der vorliegenden Allergie.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer möglicher Ursachen für Asthma. So können bestimmte Medikamente, zum Beispiel solche mit Acetylsalicylsäure, die Krankheit verursachen. Auch das Inhalieren bestimmter Substanzen wie Tabakrauch oder Mehlstaub oder verschiedene Virusinfekte können Asthma begünstigen. Eine weitere Ursache kann hohe körperliche Anstrengung in Verbindung mit kalter und feuchter Luft sein. Wird die Erkrankung hierdurch ausgelöst, spricht man vom Belastungsasthma.
Asthma ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl der Erkrankungen wächst seit einigen Jahren stetig. Vor allem unter Kindern gibt es immer mehr Asthmatiker. Etwa jedes zehnte Kind in Deutschland leidet an Asthma. Damit ist die Quote bei Kindern rund doppelt so hoch wie bei Erwachsenen. Letztere sind nur zu vier bis fünf Prozent betroffen.
Bei einem Asthmaanfall schwellen die Bronchialschleimhäute an, entzünden sich und produzieren glasig-zähen Schleim. Außerdem verkrampft sich die Muskulatur der Atemwege. Die Verbindung aus angeschwollenen, entzündeten Schleimhäuten und verkrampfter Muskulatur sorgt dafür, dass sich der Atemwiderstand erhöht und der Patient schwerer ausatmen kann.
Neben Atembeschwerden gibt es weitere äußere Symptome für eine Asthma-Erkrankung. Die Atembeschwerden können sich anfallartig zu einer existenziellen Atemnot auswachsen. Außerdem können Husten und spezifische Atemgeräusche, Mediziner sprechen hier von einer giemenden Atmung, auf ein bestehendes Asthmaleiden hinweisen.
Während eines Anfalls kommen - ausgelöst durch die Atemnot - Angstzustände, Herzrasen und Kaltschweißigkeit als Symptome hinzu. Vor allem erkrankte Kinder leiden wegen der erschwerten Atmung häufig außerdem unter Schlafstörungen.
Neben Unterteilung nach Krankheitsursache (exogenes und intrinsisches Asthma), wird Asthma auch nach der Schwere des Krankheitsbilds eingeordnet. Mediziner kennen vier verschiedene Schweregrade.
Phasen mit Beschwerden werden abgelöst von verhältnismäßig langer Beschwerdefreiheit ohne jede Symptomatik. Weniger als sechsmal pro Jahr kommt es zu asthmabedingten Beschwerden.
Die Zeitintervalle ohne beziehungsweise mit wenig Beschwerden sind kürzer. Sie verlaufen nicht mehr komplett ohne Symptomatik. Bei körperlichen Anstrengungen kommt es zu kurzfristigen Atembeschwerden.
Asthmasymptomatik tritt öfter als alle vier bis sechs Wochen auf und die Patienten sind zumindest teilweise in ihrer Alltagaktivität eingeschränkt. Während der beschwerdefreien Intervalle ist die Lungenfunktion nicht oder kaum eingeschränkt.
Andauernde Symptomatik mit häufigen nächtlichen Anfällen. Ständig krankhafte Lungenfunktionswerte. Die Patienten sind durch ihre Erkrankung im Alltag stark eingeschränkt.
Therapiert wird Asthma medikamentös. Eine Heilung der Erkrankung ist dadurch zwar nicht möglich, jedoch lassen sich die Beschwerden so oft sehr gut im Griff behalten.
Bei allen Formen von Asthma eignen sich Inhalatoren mit ß2-Sympathomimetika gut zur Linderung der akuten Symptomatik. Bei schwereren Asthmaformen kann eine Dauertherapie mit Steroiden angezeigt sein. In welcher Dosis die Medikamente verabreicht werden müssen und welches Präparat genau zum Einsatz kommt, entscheidet der behandelnde Arzt nach Lage des Einzelfalls.